Wo kann man zaubern lernen?

Nachdem wir im letzten Beitrag geklärt haben, was man mitbringen sollte, um zaubern zu lernen, ist nun die nächste Frage: Aber wo eigentlich?

Zauberer ist kein klassischer Ausbildungsberuf. Es ist auch keine Studienrichtung, für die man an der Universität Kurse belegen könnte. Und trotzdem gibt es viele Möglichkeiten, um in den illustren Kreis der Zauberkünstler aufgenommen werden zu können.

Viele lernen zaubern durch Anleitungen in Büchern oder auf YouTube oder Vimeo. Es gibt tolle Zauberbücher und sehr gute Video-Tutorials. Den Themen Zauberbücher und Videos werde ich mal eigene Beiträge widmen.

Mir persönlich reicht das sowieso nicht. Bücher und Videos sind eine sehr gute Grundlage, ich mag den Austausch mit anderen trotzdem lieber. Zum einen macht gemeinsames Lernen Spaß und zum anderen kann man hierdurch verhindern, dass man einen Griff oder eine Technik falsch einübt und mühsam umlernen muss. Was liegt also näher, als sich einen Zauberlehrer zu suchen oder sich mit Gleichgesinnten zu treffen?

Recherche in Zauberbüchern, in Veröffentlichungen alter Zauberzeitschriften oder in Videos ist sinnvoll und notwendig. Es gehört zum Zaubererleben dazu wie ein Eisbecher im Lieblingscafé zum Sommer. Der Dialog mit anderen ist die Sahne auf dem Eisbecher. Was habe ich schon für inspirierende Treffen mit Zauberkollegen gehabt!

Seminar Jörg Alexander Berlin - Sara Ritter

2009 hatte ich bei einem Seminar von Jörg Alexander viel Spaß

Eine grandiose Gelegenheit, auf Gleichgesinnte zu treffen und dabei auch noch jede Menge zu lernen, ist auch ein Seminar oder einen Workshop zu besuchen. Der Magische Zirkel und viele Zauberhändler bieten regelmäßig Seminare an.

Mein erster Zauberlehrer war übrigens Fabian Weiss. Und er ist es im Prinzip bis heute. Ich mag seine Art zu erklären und sein nahezu unendliches Fachwissen. Egal, nach welchem Kunststück ich ihn frage, entweder hat er es selbst schon vorgeführt oder weiß mindestens, wer es erfunden hat und wo man die Beschreibung dazu nachlesen kann. Außerdem kann er gut erklären und ist seeeeehr geduldig.

Großartig ist es, wenn man einen Mentor findet. Das bedeutet, ein erfahrener Zauberkünstler ist bereit, einen unter seine Fittiche zu nehmen und all sein Wissen zu teilen und weiterzugeben. Das ist nicht selbstverständlich. Houdini zum Beispiel hat wenig aufgeschrieben und keinen Schüler gehabt, weshalb viele seiner Geheimnisse für immer verloren sind oder mühsam rekonstruiert werden müssen. Wie schade.

Ich genieße es sehr, wenn sich mir eine seltene Gelegenheit für ein Gespräch mit einem Meister bietet. Nie werde ich das schelmische Glitzern in den Augen Jochen Zmecks vergessen, als ich ihn bat mir sein Lieblingskunststück vorzuführen. Auch die Telefonate mit Borodin oder die Gespräche mit Charell, Braco oder Ted Lesley werden mir in angenehmer Erinnerung bleiben. Leider sind sie inzwischen verstorben. Aber viele sind da und freuen sich über ernsthaftes Interesse an der Zauberkunst, seien es Satori, Zauberkönig Günter Klepke,  Alexander deCova, Jörg Alexander, Christian Knudsen, Axel Hecklau, Fabian Weiss, … und das waren jetzt nur Namen aus dem deutschsprachigen Raum (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit).

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